Schortens sollte die Feste neu aufstellen

25.10.2019

CDU hatte zum Gespräch geladen / Teilweise heftige Kritik an Festen der Stadt

 

Zu weit auseinander gezogene Festmeilen, zu wenig Qualität bei den Schaustellern, keine Stimmung und keine Angebote für Kinder und Jugendliche – das waren am Mittwoch die wesentlichen Kritikpunkte an den Festveranstaltungen der Stadt Schortens. Unter dem Titel „Miteinander reden – über die Feste in Schortens“ hatte die CDU zum Gespräch geladen. Und rund 50 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Chance, nicht nur ihrem Unmut Luft zu machen, sondern auch um Verbesserungsvorschläge loszuwerden. Mit dabei war auch die seit Mai zuständige Fachbereichsleisterin, Elke Idel, von der Stadt. Und die musste sich einiges anhören.

„Warum leisten wir uns einen so genannten Stargast beim Stadtfest, der dann 30 Minuten Playback singt?“, wollte ein Unternehmer aus Schortens wissen. Für das Geld hätte man auch zwei gute Bands aus der Region engagieren können. Diese und viele andere Fragen wurden in rund zwei Stunden gestellt. Kritisiert wurde, dass die Festmeile schlicht viel zu lang sei. „Wenn vom Krötenplatz bis zum Bürgerhaus etwas los sein soll, dann braucht es deutlich mehr Schausteller und die sollten dann auch die entsprechende Qualität haben“, erklärte ein Gastronom. Nur mit Gürteln und billigen T-Shirts locke man die Menschen nicht mehr vom Sofa. Große Lücken und ein schlechtes Angebot verhinderten, dass wirklich Stimmung insbesondere beim Stadtfest und beim Klinkerzauber aufkommen könne.

Gerade der Klinkerzauber sorgte für zahlreiche kritische Hinweise. „Was ist das für ein Fest, an dem um 18 Uhr Schluss ist?“ wollte ein Teilnehmer wissen. Die Idee mit den Straßenkünstlern sei gut, aber die Umsetzung sorge dafür, dass es zu langweilig insbesondere für jüngere Menschen sei. Zudem seien die Straßen nicht dekoriert und so komme einfach keine Stimmung auf. Man könne nicht immer alles auf das Wetter schieben, sondern müsse sich fragen, was anders gemacht werden kann, so ein anderer Teilnehmer.

Axel Homfeldt warb dafür, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen, um gemeinsam mit der Stadt die vorhandenen Feste zu bewerten und weiterzuentwickeln. „Diese Veranstaltungen sind nicht nur Sache des Stadtmarketings. Das Gewerbe, die Vereine aber auch durchaus die Kirchen und andere Institutionen sollten gehört werden. Unsere Stadt hat beste Voraussetzungen, die wir nur nicht nutzen“, erklärte der Ratsherr. In den letzten Jahren habe man gemerkt, dass an den Festen immer mehr gespart werde. „Das ist eine Spirale nach unten, die von den Bürgern deutlich bemerkt wurde“, so Homfeldt. Er machte deutlich, dass Qualität auch Geld koste. Und wenn eine Stadt wie Schortens erfolgreich Feste veranstalten wolle, müsse die Stadt auch bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen. Zudem regte er an, dass die Stadt auf der Internetseite eine Möglichkeit schaffen sollte, Rückmeldungen von den Bürgerinnen und Bürgern zu den Festen zu erhalten. „Es ist ja kein Problem, in der Woche nach einem Fest auf der Internetseite der Stadt ein Formular bereitzustellen, in dem Bürger ihre Anregungen und Kritik abgeben können“, so Homfeldt. Das hätte den Vorteil, das Wissen der Bürger zu nutzen, um insgesamt besser zu werden. Zudem könnten damit die wenig hilfreichen Diskussionen in den sozialen Medien reduziert werden.

Die seit Mai für das Marketing zuständige Fachbereichsleiterin Elke Idel zeigte sich nach der Diskussion erleichtert. „Ehrlich gesagt, ich hatte vor der Veranstaltung ein bisschen Bammel“, erklärte die Mitarbeiterin der Stadt. Denn natürlich habe man auch im Rathaus mitbekommen, dass die Feste nicht mehr gut angenommen werden und teilweise sehr harsche Kritik geäußert wurde. „Nun kann ich aber sagen, dass ich froh darüber bin, hier gewesen zu sein. Vielen Dank für die vielen Anregungen und anderen Blickwinkel, die ich heute Abend bekommen habe“, sagte Idel zum Abschluss der Veranstaltung. Sie werde die angesprochenen Punkte mitnehmen und in der Verwaltung und der Politik diskutieren. Sie unterstrich, wie wichtig das Gespräch zwischen allen Beteiligten sei. Sie könne nicht versprechen, dass nun sofort alles umgesetzt werde. Schon im November werde sich der zuständige Fachausschuss erstmals mit dem Thema befassen.

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