Aus alten Fehlern lernen und jetzt umsteuern

CDU will Bebauungspläne auf den Prüfstand stellen und Schutz vor Überflutungen verbessern

Schortens. „Wir leben in einer Zeit der großen Veränderungen. Unter anderem beim langfristigen Klima und den kurzfristigen Wetterereignissen wird das jetzt überdeutlich. Da können wir nicht einfach so weitermachen wie in den letzten 50 Jahren“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Axel Homfeldt. Er begründet damit einen Antrag seiner Fraktion, in dem die Überprüfung des Flächennutzungsplanes wie auch aller in Arbeit befindlichen Bebauungspläne gefordert wird. Insbesondere sollen die Höhenlagen von geplanten Bau- und Gewerbegebieten in Hinblick auf mögliche Überschwemmungen überprüft werden. „Bevor wir hier weitere Planungen auflegen, müssen wir uns einen möglichst genauen Überblick verschaffen, wo wir im Stadtgebiet zukünftig vielleicht besser nicht bauen sollten“, so der CDU-Politiker. Die letzten Starkregenereignisse hätten gezeigt, dass es in Teilen von Schortens schon heute zu einer Überforderung des Abwassernetzes komme. Vor diesem Hintergrund müsse nicht nur geprüft werden, ob und wie das Abwassernetz in der Stadt ertüchtigt werden muss, sondern auch, wo sich künftig eine Bebauung verbiete, da nur mit größtem technischem Aufwand das anfallende Regenwasser abtransportiert werden könne. „Nur weil etwas technisch möglich ist, muss man es nicht zwingend machen und die damit einhergehenden Kosten auf sich nehmen“, macht Homfeldt deutlich.

Die aktuell gültigen Bebauungspläne könne man allerdings im Nachhinein in dieser Frage nicht einfach abändern. Insbesondere gelte das für die Projekte, die bereits in der Umsetzung seien. Die dort tätigen Unternehmen hätten einen Anspruch auf Rechtssicherheit. Darunter fiele das Baugebiet im Diekenkamp ebenso wie die Bebauung in der Menkestraße oder in Sillenstede. In diesen Gebieten müsse jetzt geprüft werden, ob die vorgesehene Oberflächenentwässerung ausreichend dimensioniert sei und gegebenenfalls nachgebessert werden müsse. Zudem sei auch klar, dass weiterhin in Schortens Wohnraum gebaut werden müsse. „Die Nachfrage ist riesig, das Angebot noch relativ schmal. Folglich haben wir hohe Immobilienpreise. Bauen und Wohnen muss in Schortens bezahlbar bleiben. Es muss also auch weiterhin gebaut werden. Nur muss das intelligenter und achtsamer geschehen als in den letzten Jahrzehnten“, stellt Homfeldt klar.

Bei neuen Planungen möchte die CDU künftig weniger Flächenversiegelung zulassen und mit neuen Konzepten die Verieselung des Regens im jeweiligen Gebiet verbessern, statt das wertvolle Regenwasser über das Kanalnetz abzuleiten. „Wir müssen achtsamer sein und auch die Neubildung von Grundwasser stärken. Das haben uns die vergangenen Trockensommer deutlich vor Augen geführt“, so Homfeldt.

Selbstkritisch zeigte sich Homfeldt, dass auch die CDU wie die anderen Fraktionen im Stadtrat in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig auf diese Aspekte geachtet habe. „Wenn man einen Fehler erkennt, dann muss man auch bereit sein, diesen zu korrigieren. Dumm wäre es, trotz besseren Wissens, einfach so weiterzumachen wie bisher. Wir haben etwas gelernt und wollen das jetzt auch konsequent umsetzen. Ich hoffe da auf die Unterstützung der anderen Parteien im Stadtrat“, erklärte der Fraktionssprecher.