Stabstelle soll Schortens in die Zukunft bringen

CDU will Digitalisierung der Stadt voranbringen / Stabstelle soll Prozess beschleunigen

Schortens. „Wir sind der Auffassung, dass in den letzten Jahren ausreichend viel über die Digitalisierung gesprochen wurde. Es wird Zeit, endlich ins Handeln zu kommen“, erklärt CDU-Fraktionssprecher Axel Homfeldt. Vor diesem Hintergrund hat die CDU jetzt den Antrag gestellt, im Rathaus eine Stabstelle für die Digitalisierung zu schaffen. „Wir brauchen eine zentrale Stelle, die das Thema für alle Bereiche der Stadt im Auge hat und einen konkreten Plan entwickelt“, so Homfeldt in einer Pressemitteilung.

Die Corona-Pandemie habe schonungslos offengelegt, wie sehr Friesland und auch die Stadt Schortens in der Digitalisierung hinterherhinkten. Vor allem wünscht sich die CDU, dass weniger darüber diskutiert werde, ob nun so genannte Whiteboards für die Schulen oder Tablets angeschafft würden. „Die Hardware ist wichtig. Aber Digitalisierung ist weit mehr, als Geräte anzuschaffen. Nur mit einer digitalen Schultafel habe ich noch keinen digitalisierten Unterricht“, erklärt der Fraktionssprecher. Gerade in Kitas, Schulen und der Verwaltung selbst bedeute Digitalisierung vor allem eine Veränderung der Arbeitsabläufe. Wenn nicht mehr Akten von A nach B getragen werden müssten, verändere sich die Arbeit und damit auch die Anforderungen an die Mitarbeitenden. Diesen Prozess zu definieren, zu gestalten und dann umzusetzen sei Ziel des Antrages der CDU. Die erforderliche Technik spiele erst in der Umsetzung die entscheidende Rolle. Aber auch dort müsse mehr getan werden.

Digitalisierung ist abstrakt. Doch für die CDU geht es um konkrete Verbesserungen auch für die Bürgerinnen und Bürger. „Es muss in Schortens möglich sein, ein Kind online in einer Kita anzumelden“, kritisiert Homfeldt. Seit Jahren werde darüber gesprochen, aber im Gegensatz zu anderen Kommunen werde in der zweitgrößten Stadt in Friesland noch immer mit Zetteln hantiert. Auch andere Verwaltungsdienstleistungen wie Gewerbeanmeldungen und ähnliches müssten online möglich sein. „Uns ist klar, dass das alles nicht von heute auf morgen gehen kann. Aber es muss jetzt ernsthaft mit diesem Prozess begonnen werden“, so Homfeldt. Deshalb wolle die CDU eine Stabsstelle schaffen, die nicht einem bestimmten Fachbereich zugeordnet ist, sondern ausschließlich in enger Abstimmung mit Bürgermeister und Stadtrat das Projekt voranbringt. Zudem soll diese Stelle zunächst auf fünf Jahre befristet werden. Damit sei dann der Zeitraum beschrieben, in dem die Stadt weitgehend interne Abläufe wie auch die Serviceangebote für die Bürger komplett digitalisiert haben sollte. „Und das schließt nicht aus, auch weiterhin persönlich im Rathaus seine Anliegen vorzubringen“, erklärt Homfeldt abschließend.